Pferdefutter selber mischen
Jedes Pferd hat individuelle Bedürfnisse, die über das Futter abgedeckt werden müssen. Fertige Mischungen gibt es in großer Vielzahl und in den unterschiedlichsten Varianten. Oft ist es nicht einfach das Richtige für Dein Tier zu finden. Deshalb setzen immer mehr Pferdehalter darauf, ihr Pferdefutter selber zu mischen. Welche Vorteile das mit sich bringt, was Du vorher wissen solltest und wie Du Pferdefutter selber machen kannst – inklusive einfacher Rezepte für ein gesundes Pferdemüsli und ein Mash – erfährst Du hier.
Welche Vorteile hat das Selbstmischen?
Der wohl größte Vorteil beim Selbermischen von Ergänzungsfutter ist, dass Du genau weißt, was im Futter enthalten ist. Die Menge und das Mischverhältnis können ebenfalls individuell auf Dein Tier abgestimmt werden. Je nachdem welche Nährstoffe Dein Pferd benötigt. Bei Unverträglichkeiten können die entsprechenden Futterstoffe einfach weggelassen und durch etwas anderes ersetzt werden. Eine ausgewogene und auf Deinen Vierbeiner abgestimmte Ernährung kann auch Krankheiten, wie zum Beispiel Verdauungsstörungen, Atemwegserkrankungen oder Allergien[1] vorbeugen und lindern.
Die Ansprüche, die Dein Pferd an das Futter stellt, können vielfältig sein und werden im Wesentlichen beeinflusst von:
- Alter des Pferdes
- Futtermittelunverträglichkeiten
- Allergien (z. B. Stauballergie)
- Energiebedarf
- Gesundheitszustand
- Trächtigkeit
- Haltungs- und Witterungsbedingungen
- Jahreszeit
- Stress
Welche Nachteile hat das Selbermischen?
Damit Dein Pferd eine optimale Nährstoffversorgung erhält, wird für das Zusammenstellen von Futterrationen viel Wissen und Erfahrung benötigt. Mangelerscheinungen und Krankheiten können die Folge von einer unausgewogenen Ernährung sein. Bei der Zusammensetzung des Ergänzungsfutters muss neben Alter, Jahreszeit, Energiebedarf und Allergien auch die Rasse beachtet werden. Die einzelnen Rassen haben individuelle Ansprüche an das Futter und sollten Beachtung finden. Norweger oder Isländer werden aufgrund ihrer Herkunft eine andere Nährstoffzusammensetzung benötigen, als beispielsweise ein Andalusier. Ohne das entsprechende Hintergrundwissen sollte besser kein Futter selber gemischt werden. Umfangreiches Wissen über die Nahrung und Zusammensetzung ist unbedingt nötig, um Deinem Pferd die bestmögliche Nährstoffversorgung zukommen zu lassen. Einfacher ist die Ergänzung der Nahrung durch selbstgemachte Pferdeleckerlies.
Grundlagen einer gesunden Fütterung
Die Grundlage der Pferdeernährung ist nach wie vor das Raufutter, welches aus Heu, Stroh, Gras oder Silage besteht.

Daneben findet häufig Kraftfutter einen Platz im Trog. In unserem Artikel Bestes Pferdefutter haben wir für Dich ein paar Sorten verglichen. Das Pferdemüsli enthält als Basis stets Getreide, wobei sich Hafer für viele Tiere besonders gut eignet. Es sollte jedoch stets darauf geachtet werden, dass der Getreideanteil nicht überdosiert wird. Das Futter wird dann noch mit ausreichend Kräutern und Mineralien ergänzt. Bitte beachte dabei, dass im Winter ein höherer Mineralstoffbedarf herrscht, da nicht mehr so viel frisches Gras gefressen werden kann. Leinsamen sind als Ergänzung besonders gut geeignet, weil sie den Stoffwechsel und den Fellwechsel unterstützen.
Pferdemüsli selber machen – ein einfaches Grundrezept

Die beiden folgenden Rezepte – das Pferdemüsli-Grundrezept und das Mash – findest Du oben auf einen Blick. Darunter erklären wir sie Schritt für Schritt.
Wer sein Pferdemüsli selber machen möchte, kombiniert eine Getreidebasis mit Strukturfasern, hochwertigen Ölsaaten und einem Mineralfutter zum Ausgleich. Das folgende Grundrezept ist als Beispiel für ein gesundes Pferdemüsli gedacht und reicht etwa für eine Tagesration eines normal gearbeiteten Freizeitpferdes. Passe die Mengen unbedingt an Gewicht, Alter und Arbeitspensum Deines Pferdes an:
- 500 Gramm Hafer (gequetscht oder ganz) als Energiebasis
- 200 Gramm eingeweichte, unmelassierte Rübenschnitzel für die Strukturfaser
- 100 Gramm Haferflocken
- 50 Gramm geschrotete oder geschälte Leinsamen für Fell und Verdauung
- eine Handvoll getrocknete Kräuter (z. B. Brennnessel, Kamille, Fenchel)
- Mineralfutter nach Herstellerangabe zum Ausgleich der Nährstoffe
- optional etwas Möhre oder Apfel als Schmackhaftmacher
Vermenge die trockenen Zutaten und gib die eingeweichten Rübenschnitzel sowie das Mineralfutter erst kurz vor dem Füttern dazu. Achte darauf, dass der Getreideanteil nicht überdosiert wird – gerade bei leichtfuttrigen Rassen darf die Getreidemenge deutlich geringer ausfallen. Ob Du Dein Pferdemüsli selber mischst oder eine fertige Mischung wählst: Im Zweifel hilft eine Rationsberechnung durch einen Fütterungsberater, damit die Versorgung wirklich ausgewogen ist.
Mash für Pferde selber machen
Mash ist ein leicht verdaulicher Brei, der die Verdauung unterstützt und sich besonders im Winter, nach Anstrengung, bei Zahnproblemen oder für ältere Pferde eignet. Mash selber zu machen ist unkompliziert:
- 200 Gramm Weizenkleie
- 100 Gramm Haferflocken
- 50 Gramm geschrotete Leinsamen
- optional eingeweichte Rübenschnitzel oder etwas Apfeltrester
Übergieße die Zutaten mit heißem – aber nicht kochendem – Wasser, bis ein dickflüssiger Brei entsteht. Lasse das Mash zugedeckt etwa 10 bis 15 Minuten quellen und serviere es handwarm, niemals heiß. Mash sollte als Ergänzung gefüttert werden und nicht das tägliche Raufutter ersetzen. Wegen des hohen Kleieanteils ist es als gelegentliche Mahlzeit gedacht, nicht als Dauerfutter.
Mineralfutter selber mischen
Beim Mineralfutter selber mischen ist Vorsicht geboten: Hier kommt es auf ein sehr genaues Verhältnis der Mineralstoffe an – allen voran Calcium zu Phosphor. Schon kleine Abweichungen können langfristig zu einer Über- oder Unterversorgung führen. Wer ohne fundierte Kenntnisse arbeitet, riskiert genau die Mangelerscheinungen, die eine durchdachte Fütterung eigentlich vermeiden soll.
Für die meisten Pferdehalter ist es deshalb sinnvoller, ein fertiges, ausbalanciertes Mineralfutter zu verwenden und es der selbst gemischten Ration beizugeben. So profitierst Du von der Flexibilität des Selbermischens, überlässt die heikle Mineralstoffbilanz aber dem Profi. Im Winter ist der Mineralstoffbedarf übrigens höher, da Dein Pferd weniger frisches Gras frisst.
Qualitätsmerkmale von hochwertigem Futter
Hochwertiges Futter kann leicht an Geruch und Aussehen erkannt werden. Handelt es sich um frische Kräuter, sollte ein leichtes Knistern beim Anfassen zu hören sein. Außerdem ist die Farbe intensiv, wirkt aber nicht künstlich. Wenn das Futter so aussieht, wie Du es in der Natur vorfinden würdest, ist es genau richtig. Beim Öffnen der Packung sollten die Aromen deutlich wahrnehmbar sein.
Beim Selbermischen der Tiernahrung kannst Du den Anteil der Kräuter und anderen Inhaltsstoffe selbst bestimmen. Dadurch kann sich ein vermeintlich höherer Preis ergeben. Dieser hängt allerdings mit der Frische und der Menge der hochwertigeren und preisintensiveren Futtermittel ab. Bedenke also bei der Auswahl Deiner Pferdenahrung nicht nur den Preis, sondern vor allem auch die Qualität. Sie kommt Deinem Vierbeiner direkt zugute.
Häufige Fragen zum Pferdefutter selber mischen
Kann man Pferdefutter selber mischen?
Ja, Du kannst Pferdefutter selber mischen – allerdings nur mit ausreichend Wissen über den Nährstoffbedarf Deines Pferdes. Der Vorteil ist, dass Du genau weißt, was im Trog landet, und die Mischung auf Alter, Rasse und Gesundheit abstimmen kannst. Ohne dieses Hintergrundwissen drohen Mangelerscheinungen, weshalb für viele Halter ein fertiges, bewährtes Pferdefutter die sicherere Wahl bleibt.
Wie mische ich ein gesundes Pferdemüsli selber?
Ein gesundes Pferdemüsli besteht aus einer Getreidebasis (z. B. Hafer), Strukturfaser wie Rübenschnitzeln, Leinsamen, Kräutern und einem Mineralfutter zum Ausgleich. Entscheidend ist weniger das genaue Rezept als das Mischverhältnis – der Getreideanteil sollte zu Gewicht und Arbeitspensum Deines Pferdes passen, sonst lieferst Du schnell zu viel Energie. Im Artikel findest Du ein Grundrezept mit konkreten Mengenangaben.
Wie macht man Mash für Pferde selber?
Mash mischst Du aus Weizenkleie, Leinsamen und Haferflocken, die mit heißem – nicht kochendem – Wasser übergossen werden und rund 10 bis 15 Minuten quellen. Wichtig ist, es nur handwarm zu servieren und als gelegentliche Mahlzeit zu geben, nicht als Ersatz für das tägliche Raufutter. Gerade im Winter, nach Anstrengung oder für ältere Pferde ist es eine leicht verdauliche Ergänzung.
Kann man Mineralfutter selber mischen?
Theoretisch ja, in der Praxis ist davon aber abzuraten. Beim Mineralfutter kommt es auf ein exaktes Verhältnis der Mineralstoffe an – vor allem Calcium zu Phosphor –, und schon kleine Fehler kippen die Versorgung. Sinnvoller ist es, ein fertiges, ausbalanciertes Mineralfutter Deiner selbst gemischten Ration beizugeben. So bleibt die Mischung flexibel, ohne dass Du die heikle Mineralstoffbilanz selbst berechnen musst.
Wo bekomme ich die Zutaten zum Pferdefutter selber mischen?
Die Grundzutaten wie Hafer, Leinsamen, Rübenschnitzel und Kräuter bekommst Du im Futterhandel oder im Reitsportgeschäft. Achte auf frische, hochwertige Ware ohne künstliche Zusätze. Wer die Zutaten nicht einzeln kaufen und abwiegen möchte, findet in unserem Vergleich bestes Pferdefutter fertige Mischungen als Alternative.
Fazit
Egal, für welche Form der Fütterung Du Dich entscheidest, achte darauf, das Futter entsprechend im Dunkeln, kühl und trocken zu lagern. Schließlich sollten die Inhaltsstoffe möglichst frisch und nahrhaft bleiben. Wenn Du Deine Pferdenahrung demnächst selbst zusammenstellen möchtest, informiere Dich vorher gut über die genauen Bedürfnisse Deines Pferdes. Dann steht einer individuellen Nährstoffversorgung nichts mehr im Weg.
